Biber - Baumeister für die Artenvielfalt: neue Schautafel am Pfad der Vielfalt

Eine neue Informationstafel am Pfad der Vielfalt vermittelt Wissenswertes über seine Lebensweise, seinen Beitrag zur Artenvielfalt und die Herausforderungen im Zusammenleben mit dem Menschen.
Er fällt Bäume, errichtet Dämme und gestaltet ganze Gewässerlandschaften: Der Biber ist ein wichtiger Baumeister für die Biodiversität. Seit 2022 ist er auch am Fischbach wieder heimisch. Eine neue Informationstafel am Pfad der Vielfalt, der in diesem Oktober sein zehnjähriges Bestehen feiert, vermittelt Wissenswertes über seine Lebensweise, seinen Beitrag zur Artenvielfalt und die Herausforderungen im Zusammenleben mit dem Menschen. Die offizielle Einweihung fand am Sonntag, den 18. Oktober in Fischbachtal statt.
Dass die neue Bibertafel den Geopark-Pfad „Pfad der Vielfalt“ erweitert, freute Fischbachs Bürgermeister Philipp Thoma. „Der Pfad der Vielfalt ist ein beliebtes Ausflugsziel und ein attraktiver Wanderweg für Touristen, und Fischbachtaler Familien. Die neue Bibertafel ist ein zusätzliches Highlight auf den Weg und passt bestens in sein Konzept.“ Der etwa vier Kilometer lange Geopark-Pfad führt durch die vielfältige Landschaft des Fischbachtals, vorbei an Wiesen und durch Mischwälder.
“Die neue Informationstafel zum Biber bereichert den seit nunmehr 10 Jahren bestehenden Pfad der Vielfalt. Dass der Biber hier wieder heimisch ist, zeigt, wie vielfältig die Landschaftsräume im Fischbachtal sind und wie sie sich kontinuierlich weiterentwickeln. Dies ist allen Akteuren vor Ort zu verdanken, die den Pfad gemeinsam mit dem Geo-Naturpark eingerichtet haben und den engagierten Menschen vor Ort, die diese Themenvielfalt im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen vermitteln. Mit dieser Kombination wurde der Pfad im Jahr 2020 als UN-Dekadeprojekt Biodiversität ausgezeichnet,” betonte Dr. Jutta Weber, Geschäftsführerin des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald (UNESCO Global Geopark).
Über Biber
Nachdem der Biber nahezu ausgerottet worden war, konnte er sich nach Auswilderungen in den 1980er Jahren wieder ausbreiten. Über die Gersprenz gelangte er 2022 in den Fischbach. Mit Schwimmhäuten an den Hinterpfoten, seinem dichten, wasserabweisenden Fell und der breiten Schwanzkelle ist er bestens an das Leben im Wasser angepasst.
Nach den offiziellen Grußworten und einer kurzen Wanderung zur Bibertafel erläuterterte Laurenz Pries, ehemaliger Förster und Mitglied des örtlichen Geopark-vor-Ort-Teams, mehr zu den Inhalten der Tafel und der Bedeutung des Bibers: „Mit seinen Dämmen schafft der Biber neue Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Außerdem entstehen durch seine Baukünste natürliche Wasserrückhaltebecken, die Extremniederschlag oder Trockenheit ausgleichen. Die neue Tafel macht diese Zusammenhänge direkt vor Ort erlebbar und lädt dazu ein, die Bedeutung des Bibers im Ökosystem zu verstehen“.
Auf dem Rückweg sprachen Werner Bert vom NABU und Dr. Jutta Weber an den Obstbäumen des Jahres über die fruchtbare Zusammenarbeit von Kommune, NABU und Geo-Naturpark für die Biodiversität. Außerdem erläuterte Weber das Biodiversitätsprogramm des Geo-Naturparks. Anschließend ging es zurück zum Ausgangspunkt am Bürgerhaus in Billings.
Wo der Biber die Landschaft verändert, kann es jedoch auch zu Konflikten kommen. Am Fischbach müssen beispielsweise die Trinkwasserbrunnen vor Überstauung geschützt werden, da sonst das Risiko einer Verunreinigung des Brunnenwassers steigt. Für solche Fälle gibt es fachkundige Beratung und Unterstützung: Wie die neue Tafel erläutert, ist das hessische Bibermanagement beim Regierungspräsidium Darmstadt eine Anlaufstelle. Gemeinsam mit der Gemeinde und den Naturschutzbehörden können in derartigen Fällen vor Ort - so auch hier - Lösungen gefunden werden, die den Schutzstatus des Bibers berücksichtigen.
Mehr Informationen:
Pfad der Vielfalt in Fischbachtal erwandern: fischbachtal-kreativ.org/index.php?id=20
Über Biber: www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/biber
Bibermanagement in Südhessen: rp-darmstadt.hessen.de/.../wildtiermanagement




