Die Schule in Meßbach

Alte Schule in Meßbach

Die Schulkinder von Meßbach wurden in der Zeit von 1585 bis 1598 nach Lichtenberg, von 1598 bis 1648 nach Groß-Bieberau und von 1648 bis in die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts nach Obernhausen eingeschult. Im Jahre 1780 wurde durch Verfügung vom 27. Januar der Gemeinde Meßbach gestattet, unbeschadet der Rechte des Obernhäuser Lehrers, eine Winterschule einzurichten und einen Winterschullehrer anzunehmen.

Es heißt in der Verfügung, dass die Ausrichtung der Winterschule "unter den Bedingungen erlaubt wurde, dass die zum Winterschulmeister erwählte Person nicht eher angestellt werde, als bis solche von dem Pfarrer zu Groß-Bieberau gehörig geprüft, und tüchtig befunden worden, sowie dass die Gemeinde ihre Kinder den Sommer über in die Schule zu Obernhausen, auch dieselben zu Leichenbegängnissen und in die Kirche nach Lichtenberg schicke".

Im Jahre 1834 war Meßbach zusammen mit Nonrod aus dem Schulverband mit Obernhausen losgelöst und es wurde für die beiden Gemeinden eine "gemeinschaftliche ständige Schule" mit dem Sitz in Meßbach errichtet. In der "Statistischen Zusammenstellung" von Ries wird hierüber im Jahre 1835 berichtet: "Die Schule in diesem Filialorte (Meßbach), mit welchem das Filial Nonrod vereinigt ist, wird von 16 Knaben und 12 Mädchen besucht. Bis zu der im vorigen Jahr erfolgten Vereinigung hatte der Lehrer dem gehässigen Wandeltische nachzugehen. Nun ist seine Besoldung auf 188 fl. festgestellt Die Stelle wird von der Großherzoglichen Staatsregierung vergeben Ein eigenes Schulhaus ist nicht vorhanden."

Vor der Errichtung der ständigen Schule Meßbach/Nonrod im Jahre 1834 wirkten als Winterschullehrer in Meßbach:

  • Johann Heinrich Dönges von Wersau 1787-1792.
  • Johannes Dickler von Aisbach, 1803-1804.
  • Johann Wilhelm Hasselbaum von Griesheim, 1804-1805.
  • Johann Philipp Roßmann von Lützelbach, 1805-1807.
  • Johannes Hasse von Balkhausen, 1807 ff Winterschullehrer in Meßbach
  • Johann Adam Götz von Ernsthofen, 1810 Winterschullehrer in Meßbach.
  • Johann Heinrich Löffler von Georgenhausen, Sohn des Lehrers Matthäus Löffler, 1812-1813, Winterschullehrer in Meßbach.
  • Johann Michael Göbel von Gundernhausen, Sohn des Lehrers Johann Michael Göbel, 1811-1812 Winterschullehrer in Rodau bei Lichtenberg, 1813-1815 Winterschullehrer in Meßbach.
  • Johann Wilhelm Loos von Bickenbach, 1815-1816.
  • Johann Friedrich Net scher von Groß-Bieberau, 1818-1819 Winterschullehrer in Meßbach.
  • Johann Philipp Neff von Gadernheim, 1819-1820.
  • Christoph Heppenheimer von Nieder-Ramstadt, 1821-1822.
  • Johann Georg Schmidt von Reinheim, 1823-1825.
  • Johann Peter Har von Groß-Umstadt, 1825-1826 Winterschullehrer in Meßbach
  • Johann Anton Schuchmann von Reinheim, 1826-1827
  • Johann Georg Wendel von Horhohl 1827-1828
  • Johann Philipp Sturmfeld von Klein-Umstadt, 1828-1830.
  • Daniel Lorz von Rodau bei Lichtenberg, 1831-1834 (s. unten).

Nach Errichtung der ständigen Schule Meßbach/Nonrod im Jahre 1834 wirkten als Lehrer in Meßbach und Nonrod:

  • Daniel Lorz von Rodau, 1834-1835.
  • Georg Fröhlich von Groß-Zimmern, 1835-1838.
  • Johann Christoph Reifert von Schlierbach bei Schaafheim, 1838-1842.
  • Johannes Winter von Nieder-Modau, 1842-1846.
  • Johann Philipp Bormuth von Eimshausen, 1846-1847.
  • Johann Georg Feick von Wersau, 1847-1852.
  • Johannes Weiß von Ellenbach, 1852-1857 (483).
  • Georg Heinrich Hechler von Niedernhausen, 1858-1860.
  • Johann Jakob Gilbert von Darmstadt, 1860-1863.
  • Philipp Schüler von Groß-Bieberau, 1863-1868.
  • Heinrich Müller von Semd, 1868-1873.
  • Konrad Schöffel, geb. 19. August 1851 zu Langstadt, Sohn des Landwirtes Johann Dietrich Schöffe!, 1870-1872 im Seminar, 1873-1878 Vikar in Meßbach, 1878-1920 Lehrer in Gronau, 1920 pensioniert verst. 7. Dezember 1934.,
  • Eidmann, Frank, Liebergall und Beckenhaupt waren von 1878-1905 tätig.
  • Georg Müller, 1905-1933

Ab 1947-1966 unterrichteten in Meßbach folgende Lehrkräfte:

Johann Torperzer, Späth, König, Späthe, Kurzschenkel, Heldmann, Egner, Weinheimer und Bollinger.

Bis zum Bau des Schulhauses im Jahre 1905 wurde der Unterricht ins "Rödersch", heute Heinrich Krickser, abgehalten. In Nonrod war die Schule erst in dem von Ph. Rausch bis auf die Grundmauern abgerissenen und wieder neu erbauten Haus (Wendel Berg, dann Rämisch). Später dann im Saal von Gasthaus Rausch. Es war eine Wechselschule zwischen Meßbach und Nonrod. durch verschiedene Kriege und politische Verhältnisse mussten die Kinder aus Meßbach allerdings im ersten Weltkrieg und von 1933 bis 1947 nach Billings zur Schule gehen, da die Lehrkräfte eingezogen waren oder versetzt wurden. Die Nonroder Kinder gingen in dieser Zeit nach Niedernhausen und Lichtenberg. So bestand ab 1947 wieder die Gemeinschaftsschule Meßbach/Nonrod, bis 1966 die oberen Klassen nach Groß-Bieberau und die Grundschüler nach Niedernhausen wechselten.

Die Glocke im Turm des Schulhauses wurde im Jahr 1924 von den Fam. Schmunk und Lautenschläger gestiftet. Sie ist aus Eisen und wurde daher auch nicht im Kriege verschmolzen. Nachdem der Glockenklang durch verschiedene Einwirkungen zwischenzeitlich und ab 1967 ganz verstummt war, wurde es im Jahre 1988 durch großzügiges Spenden, über 6000,- DM, aller Meßbacher ermöglicht, durch Einsetzen eines Läutewerkes, dass zu den von früher her gewohnten Zeiten, um 11.00 Uhr und um 17.00 Uhr, die Glocke wieder ertönt. Aus diesen Spenden wurden auch noch verschiedene Geräte für den von der Gemeinde im Schulgarten 1989 errichteten Spielplatz angeschafft.

Seit 1966 also wurde das Schulhaus nur noch zu Wohnzwecken genutzt, der Schulsaal war von der Sparkasse als Zweigstelle angemietet und diente noch als Wahlraum, Eigentümer war die Gemeinde Fischbachtal.

2003 verkaufte die Gemeinde Fischbachtal das Schulhaus an die Familie Clauss/Probst. Diese renoviert das Haus liebevoll und historisch authentisch. Der Schulsaal darf weiterhinals Wahlraum benutzt werden. Der Spielplatz wurde neben dem Löschteich in Meßbach neu errichtet. Die Gestaltung und Planung oblag Burkhard Röder aus Nonrod.

Das benachbarte Feuerwehrhaus bleibt im Eigentum der Gemeinde und von hieraus wird die Sirene und die Glocke auf dem Schulhaus gesteuert.

Schule Meßbach im Winter 2004

Am 15.10.2005 wurde das 100-jährige Bestehen des Schulhauses Meßbach mit einem "Tag der offenen Tür" gefeiert. Viele Gästen machten sich ein Bild über die Renovierungsarbeiten.Alte Schule Meßbach - 100-Jahr-Feier am 15.10.2005
Alte Schule Meßbach - 100-Jahr-Feier am 15.10.2005

Am 1. Dezember 2006 wurden Frau Clauss und Herrn Probst für die aufwendigen Sanierungsarbeiten mit dem Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. Als 1. Preis gab es auch eine finanzielle Anerkennung, die natürlich in die noch nicht beendeten Arbeiten einfloss.
Alte Schule Meßbach - der Schulsaal nach der Renovierung

So konnten am 9. September 2007 - wieder unter dem Motto "Tag des offenen Denkmals" - unter anderem die Fertigstellung des Eingangsbereiches und Treppenhauses sowie alle anderen Wohn- und Lebensbereiche in dem Objekt besichtigt werden.
Alte Schule Steinau - das Treppenhaus nach der Sanierung

(Quelle: Georg Lortz, (1992), 600 Jahre Meßbach - Aus der Vergangenheit des Dorfes von 1392 - 1992; leicht verändert und ergänzt, Fotos: Dietrich Probst)

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