Historische Querschnittsdarstellung des Bollwerks

Die "Krautbütt" - das Bollwerk in Lichtenberg

Im Jahr 2003 das Bollwerk 500 Jahre alt. Entstanden ist es als Reaktion auf veränderte Formen der Kriegsführung im Mittelalter.

Als Geschützturm wurde es 1503 errichtet. In drei Geschossen erhebt sich der mächtige Bau auf einer alleinstehenden Granitkuppe. Das ebenerdige untere Geschoss besitzt eine Mauerstärke von 6 Metern. Darüber befinden sich neben dem Hauptraum für die Geschütze noch eine kleine Kammer und eine "Pechnase" mit gotischen Verzierungen. Zur Abwehr des an den Eingang gelangten Feindes konnte man hier die kochende Flüssigkeit durchschütten.Das oberste Geschoss diente als Wehrplatte ebenfalls zur Aufstellung von Geschützen.

Der Turm ist 15 m hoch, hat 18,7 m Durchmesser und einen Umfang von 60 m. Die großen Löcher in der Mauer sind Schießscharten; durch die kleinen sollte der Pulverdampf abziehen.

Die Besichtigung des Turmes ist z.Zt. leider nicht möglich.

Die prächtige Rundsicht hat Johannes Feick vor einhundert Jahren so beschrieben:

"Nach Norden schweift nämlich der Blick über Groß-Bieberau, Reinheim, Dieburg bis Frankfurt, wo die blauen Linien des Vogelsberges und Spessarts den Blick begrenzen.

Ostwärts ist der Otzberg und der östliche Odenwald sichtbar; vor uns liegen Städtchen und Schloß Lichtenberg, im Thal dahinter Obern- und Niedernhausen, darüber hinweg ist die Nonroder Höhe mit dem gleichnamigen Dörfchen zu sehen, dessen Häuser herübergrüßen.

Gehen wir weiter nach rechts, so liegt das obere Fisch- oder Steinbachthal vor uns; zunächst breitet sich der Herrnsee vor uns aus, eine weite Wiesenfläche, welche 1623 durch Ablassung des Sees geschaffen wurde. Der Herrnseedamm ist noch heute vorhanden, vor zehn Jahren wurde die neue Kreisstraße nach Messbach darüber geführt. Die östliche Thalseite ist von dem stark bewaldeten Spitzen Steinkopf mit dem feisen reichen Kirnbölrücken begrenzt und abgeschlossen. Dahinter schimmern heil aus einem engen Hochgebirgsthale die Häuser des Dörfchens Messbach hervor.

Noch weiter nach rechts gehend, führt uns der Blick thalaufwärts über Billings hinweg nach dem Märker dorf Steinau, welches gleichfalls in einem Hochgebirgsthale liegt, und der dichtbewaldeten Neunkircher Höhe zu. Davor erhebt sich gerade im Süden die ebenfalls bewaldete Keinbachhöhe und schließt die Aussicht nach dieser Richtung ab.

Südwestlich fliegt der Blick über eine anmutige Landschaft von niederen Bergen, Feldern und Wäldern in harmonischer Abwechslung, bis er an dem hochaufragenden Felsberg haften bleibt, dessen neuerbauter Ohlyturm sich deutlich am Himmel abhebt.

Wenden wir uns weiter nach Westen, so werden der Malchenberg, der Frankenstein und der Roßberg nach einander sichtbar und ist die Rundsicht damit abgeschlossen."

Lesen Sie mehr über die 500-jährige Geschichte des Bollwerkes in einem Aufsatz des ehemaligen Museumsleiters Winfried Wackerfuß.

Das Bollwerk in Fischbachtal-Lichtenberg

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