Die Schule in Steinau

Schule in Fischbachtal

In Lichtenberg wurde bereits 1585 eine Schule errichtet, die allerdings nur zwölf Jahre bestand. Als erster Lehrer ...

... wird 1585 Wendel Ulner aus Dieburg genannt. Im Jahre 1586 unterrichtete Johannes Rub, 1587 wurde Wendel Ulner erneut verpflichtet. Ihm folgte 1591 Caspar Naw. Dann kam Theoderich Craft Weidling, der von 1591 bis 1595 als Lehrer tätig war. Er war Pfarrerssohn aus Stockstadt am Rhein. Als Nachfolger von Weidling wirkte Zacharias Rauch, der von 1595 bis 1597 den Schuldienst versah. Dann trat eine Unterbrechung ein.

Den ersten Anstoß zur Gründung von Volksschulen hatte Martin Luther gegeben. In seiner Schrift "An die Ratsherrn aller Städte deutschen Landes, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen" hatte er Stadt und Land dazu aufgerüttelt. Die ersten Schulen auf dem Lande waren sogenannte "Winterschulen", weil sich der Unterricht nur auf die Wintermonate beschränkte. In den Sommermonaten mussten die Kinder in der Landwirtschaft helfen.

Die ersten Lehrer waren Männer, die gut lesen und schreiben konnten. Eine besondere Lehrerausbildung gab es noch nicht. Es waren meistens Bauern oder Handwerker, die eine Schule besucht oder schreiben und lesen gelernt hatten. Sie gingen für kurze Zeit zu einem bereits tätigen "Schulmeister", wie die amtliche Bezeichnung war, in die Lehre. Dann traten sie ihren Dienst an. Sie unterstanden in ihrem Dienst dem Pfarrer, der im 16. und 17. Jahrhundert in vielen Dörfern der einzige war, der lesen und schreiben konnte. Der hessische Superintendent Johann Angelns (Engel) in Darmstadt ging sogar dazu über, die Pfarrer in seine Förderungsmaßnahmen für die Schule besonders einzuspannen. Die Pfarrer mussten erst einige Jahre im Schuldienst tätig gewesen sein, ehe sie eine Pfarrstelle bekamen. Angelns wird daher als der "Vater der hessischen Volksschule" bezeichnet

Da die Kirche das Schulwesen stark gefördert hatte, war es nicht zu verwundern, dass man ihr auch die Schulaufsicht übertrug. In jedem Dekanat gab es einen Pfarrer, dem das Amt des Schulinspektors übertragen wurde. Für die Orte des gesamten Fischbachtals war der in Reinheim ansässige Inspektor zuständig.

Im Jahre 1832 hat der Staat die Schulaufsicht selbst übernommen und das Schulwesen neu geregelt. Es wurde die Schulpflicht eingeführt und für eine gründliche Lehrerausbildung auf den Lehrerseminaren gesorgt. Daraufhin war die Zahl der Analphabeten schnell zurückgegangen. Da es damals noch an Schulhäusern fehlte, wurde der Unterricht vielfach in Wirtsstuben abgehalten, was nicht selten zu Klagen geführt hat. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts setzte der Schulhausbau ein: Niedernhausen 1842, Billings 1892, Steinau 1901, Lichtenberg 1902, Meßbach 1905.

Nach der Neugestaltung der Schulverhältnisse in Hessen Anfang der 70er Jahre wurden in den genannten Schulhäusern nur noch die Kinder der Grundschule (Klassen 1 bis 4) unterrichtet. Vom 5. Schuljahr ab war der Besuch der "Mittelpunktschule" bzw. "Gesamtschule" in Groß-Bieberau vorgeschrieben.*

In dem Schulhaus Niedernhausen befand sich zusätzlich die Bürgermeisterei.

Der damalige Landkreis Dieburg hat 1976 die Schule in Niedernhausen mit einem modernen Anbau so erweitert, dass alle Fischbachtaler Kinder hier zur Grundschule gehen konnten. Nach einem weiteren Anbau 1995 wurde das gesamte alte Schulhaus der Gemeinde als Rathaus gegen eine Abstandszahlung überlassen. Die Gemeinde hat die alten Räume renoviert und so die Voraussetzung für eine moderne, effiziente Verwaltung geschaffen.

Das Billingser Schulhaus wurde Anfang der 70er Jahre verkauft.

In Steinau wird das Schulhaus von der Feuerwehr und anderen Vereinen genutzt.

Die Schule Lichtenberg wird durch die Gemeinde für Veranstaltungen und durch verschiedene Vereine genutzt.

In Meßbach war der obere Teil des Schulhauses vermietet und das Erdgeschoss stand leer. 2003 wurde das Schulhaus an private Nutzer verkauft.

*(Quelle: Dr. Georg Spalt: Die Gemeinde Fischbachtal und ihre Ortsteile, 1972)

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