Beispiel für einen Damm mit Durchlass an der Mümling

Baubeginn für den zukünftigen Retentionsraum Herrensee

Anfang Februar wurden von einer Fachfirma mehrere Erlen am Fischbach oberhalb der Kreisstraße nach Meßbach gefällt. Dort soll in den kommenden zwei Jahren der Damm für den Retentionsraum Herrensee erstellt werden.

Der Wasserverband Gersprenz ist dabei, ein System von Retentionsräumen entlang der Gersprenz und ihrer Zuflüsse einzurichten. Damit sollen die starken unkontrollierten Überflutungen im Unterlauf der Gersprenz  und die daraus entstehen den großen Schäden reduziert werden. Oberhalb von Groß-Bieberau (westlich der B38) ist ein fertig gestellter Retentionsraum an der Gersprenz zu besichtigen.

Am Fischbach wird in diesem Jahr ein Durchlass aus Beton errichtet und im nächsten Jahr ein flacher Damm.

Funktionsweise:
Bei Hochwasser durch Starkregen kann nur eine begrenzte Menge Wasser durch den Durchlass abfließen. Das Wasser, dass oberhalb zu viel ankommt, staut sich vor dem Durchlass und dem Damm zeuitweise auf. Der Retentionsraum füllt sich. In der Dammkrone ist ein Überlauf eingebaut. Sollte wirklich soviel Wasser kommen, dass der Retentionsraum nicht ausreicht, wird der Damm über eine Scharte überspült und das Wasser fließt in den Fischbach. Wenn der Regen und das nachfließende Oberflächenwasser weniger wird, läuft das Wasser ab und der Retentionsraum fällt wieder trocken.
Mit dieser Maßnahme lässt sich der Gipfel einer Flutwelle so weit herabsetzen, dass das Risiko einer unkontrollierten Überschwemmung weiter flussabwärts gelegener Gebiete gemindert wird.

Für Niedernhausen bedeutet dies:
Einen hundertprozentigen Schutz vor Hochwasser­ereignissen gibt es nicht.
Aber: durch das Bauwerk werden alle Hochwässer bis zu einer statistischen Wiederkehrhäufigkeit von 50 Jahren beherrscht.
Extremere Ereignisse werden deutlich abgemindert. Es wird dann zwar trotzdem überschwemmte Bereiche in der Ortslage geben. Der Vorteil jedoch liegt vor allem in dem Zeitgewinn, der durch die Pufferung im Becken entsteht. Anlieger und Feuerwehren haben somit die Möglichkeit zu reagieren und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Der Retentionsraum Herrensee
Auf dieser Karte ist der Damm (grün-weiß) und die maximal überflutbare Fläche entlang des Fischbaches (weiß-blau) skizziert:

Skizze Retentionsraum Herrensee am Fischbach

Der vorgesehene Einstaubereich hat eine maximale  Länge von rund 650 m.
In der Ortslage Niedernhausen können rd. 2 m³/s Bachwasser ausuferungsfrei abgeleitet werden. Deshalb ist die Regelabgabe für den Durchlass auf 2 m³/s begrenzt. In dem Retentionsraum Herrensee können bis zu 220.000m³ Wasser gespeichert werden. Wenn der Retentionsraum bis zum Überlaufen gefüllt ist, ist der Wasserspiegel am Durchlass um 5,5 m gestiegen. Weiter bachaufwärts ist der Einstau entsprechend flacher. Die Dammböschung wird sehr flach und als Wiese ausgebildet.
Die Wiesen im Einstaubereich können wie bisher genutzt werden. Der im Einstaubereich liegende Abwasserkanal wird wasserdicht verschlossen. Der Fuß- und Radweg von und nach Billings wird östlich um den Damm herumgeführt.

Die Finanzierung der Baumaßnahme wird mit rund 75% vom Land Hessen unterstützt. Die übrigen Kosten werden von den im Wasserverband Gersprenz zusammen­geschlossenen Kommunen getragen.

Während der Bauarbeiten kommt es dort zu verstärktem LKW-Verkehr. Zeitweise muss die Kreisstraße nach Meßbach halbseitig gesperrt werden.
 

Veröffentlicht am Montag, 13. Januar 2014

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